In diesen vier einfachen Übungen kann man den Atem auf unterschiedliche Weise wahrnehmen. In Bild 1 sehen Sie eine Seitwärtsbeuge. Indem Sie die Flanken dehnen, öffnen Sie einen Raum. Sie werden den Atem auf der Höhe des Sonnengeflechts sowie seitlich erfahren. Horcht man auf die innere Stimmung, so kann  man darin die Qualität der Weite erfahren. Dieser Atem ist dem Nierenorgan zugeordnet und fördert das seelische Erleben von Expansion und Weite. Bei der nächsten Übung kann man die Atmung in der Tiefe erleben, sowohl im Beckenbereich wie auch im unteren Rückenbereich. Der Atem vermittelt Ruhe und Festigkeit. Die Festigkeit im Atem entsteht durch den leichten Widerstand, den der Atem zu überwinden hat, um in die Tiefe vorzudringen. Dieser Atem wird dem Leberorgan zugeordnet, da die Leber mit dem Zwerchfell nach unten gepresst wird, und dabei die Magenorgane massiert werden. Die nächste Atemqualität lässt den Atem in die Höhe aufsteigen. Man erlebt den Atem auf sensible Weise im oberen Brustkorbbereich und eine sensible Energetisierung im Hals- und Hauptbereich. Die Lungen können sich bei diesem Atem harmonisch in alle Richtungen ausdehnen. Sensibilität und Wahrnehmung prägen die Atemqualität. Die letzte Übung beginnt in der Peripherie und endet in der zentrierenden Geste des Atmanjali-Mudra. Das Zusammenführen der Hände vor dem Herzen ist symbolisch und auch real in seiner Wirkung von Zentrierung und Selbstempfinden erlebbar. Harmonie, Ruhe, das Gefühl, nach Innen zu schauen, prägen die Atemqualität.
Vier Qualitäten der Atmung
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Atem und Lebenskraft